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Zauberwort ~ Präsenz

  • 18. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. März

Anmerkung: Dieser Text ist zwar aus dem Familienkontext geschrieben – lässt sich jedoch auf jede Lebensform übertragen.


Immer wieder ist das Thema bei vielen Familien, dass es nicht so läuft, wie sie sich das eigentlich wünschen. Dass sie sich so sehr bemühen – von ganzem Herzen. Mit Geduld haben, empathisch sein und den Bedürfnissen gerecht werden. Und dann endet es doch in Geschrei und Gezeter, in Streit und Verletzungen, Tränen und Frust, Überforderung und Erschöpfung. Und obendrauf noch eine richtig grosse Portion an schlechtem Gewissen - welche das schreckliche Gefühl, den Schmerz im Innern und den Druck «es endlich besser zu machen» noch verstärkt. Ein zermürbendes und definitiv unbefriedigendes sich im Kreis drehen für alle Beteiligten. Nur wie bloss aus diesem Karussell aussteigen? Denn mehr an Bemühung geht wirklich nicht. Wirklich, wirklich nicht. Und glaubt mir – genau da war ich auch schon.

Und im Grunde genommen, ist es so einfach, so simpel und gleichzeitig doch so tief. Meinem Erleben nach führt dabei kein Weg an der eigenen Präsenz vorbei.


Bleibe ich da, nehme ich mich wahr, wage ich wahrhaftig zu fühlen und damit zu sein (eben auch mal wahrzunehmen «neben mir zu stehen») mich zu verkörpern - so bin und gebe ich Raum. Raum für das was ist. Ich erlaube mir selber den Raum, mit dem zu sein was ist. Denn etwas vom energieaufwändigsten, ist ständig etwas fernzuhalten. Sich gegen etwas zu stemmen. Sei es bewusst oder unbewusst. Fällt dies weg, einfach durch die Tatsache, dass es da sein darf – schafft das ganz natürlich Platz.

 

Und ja, das bedeutet nicht, dass es keine Tränen, kein Geschrei, kein Frust und keine Überforderung mehr gibt. Viel mehr, dass eben all dies endlich Platz haben kann und darf.

Und ich da bleibe. Präsent. In mir UND mit dem was ist. Und somit aus mir heraus da bin. Aus mir heraus handeln kann. Für mich. Und für den Moment. Ich spüre was es braucht.

Es ist kein Optimieren, keine Rettung, kein Konzept mehr nötig.

Es reicht dann ein da sein. Ein da sein ohne es anders haben zu wollen. Auch frustriert, mit Tränen und überfordert.

Und alleine dadurch, vergrössert sich der Raum für alle Beteiligten.

Und all das Geschrei und Gezeter scheint mit all dem Raum gar nicht mehr so oft nötig oder einfach gar nicht mehr so erdrückend. Es hat endlich genug Platz und braucht keinerlei Bemühen, Bestreben und schlechtes Gewissen mehr. Denn ich habe es nicht mehr zu kontrollieren - zu retten oder wegzudrücken. Meine volle Präsenz ist wohl eines der grössten Geschenke dass ich mir und somit auch meiner Familie machen kann.

Aufatmen. Und sein.



 
 
 

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